„Gestern hat mein Dom mich direkt in K3 geführt, und ich war völlig überfordert. Zum Glück hat er mich danach eine halbe Stunde lang gehalten und getröstet, sodass ich mich wieder fassen konnte.“
Falls dich dieser Satz etwas verwirrt, bist du wahrscheinlich noch etwas unerfahren. Keine Sorge, heute erklären wir dir die wichtigsten Rollenbeziehungen und die Spielstufen K1-K9 in der SM-Welt. Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du zumindest in der Lage sein, die Zusammenhänge zu verstehen, gezielte Fragen zu stellen und peinliche Situationen zu vermeiden.
1 Was genau ist die BDSM-Community? Wofür stehen S, M, Dom und Sub?
Der Begriff „BDSM-Kreis“ ist die chinesische Bezeichnung für die BDSM-Kultur.
BDSM setzt sich aus vier englischen Wörtern zusammen:
- Bondage: Fesselung
- Disziplin: Disziplinierung/Training
- Dominanz & Unterwerfung
- Sadismus & Masochismus
Es klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Es geht darum, wie Menschen miteinander umgehen – in Bezug auf Kontrolle, Sinne, Vertrauen und Begierde.
Kerncharakterbeschreibung:
- S (Sadist/Top): Derjenige, der gerne kontrolliert, trainiert und Stimulation erzeugt. Wenn er die Kontrolle hat, bestimmt er den Rhythmus.
- M (Masochist/Bottom): Derjenige, der sich bereitwillig manipulieren, stimulieren und erkunden lässt. Es ist nicht passiv, sondern freiwillig.
- Dom (Dominant): Ein Kontrollierender, der eher auf psychologischer Ebene agiert. Er kann nicht nur kontrollieren, sondern auch fürsorgen.
- Sub (Submissive): Eine Person, die freiwillig Macht abgibt; sein/ihr Vertrauen ist eine aktive Entscheidung, nicht erzwungen.
Wesentliche Unterschiede
- S/M beschreibt Vorlieben in Bezug auf Körper und Sinne.
- Dom/Sub beschreibt Beziehungen und Machtstrukturen.
- Ein Sub mag nicht unbedingt Schmerzen, und ein M unterwirft sich nicht unbedingt.
Switch: Mal kontrollierend, mal führend. Die Führung übernehmen, wenn gewünscht, sich unterwerfen, wenn gewünscht. Flexibel, frei und selbstbewusst.

2 K1–K9 sind keine „Haustierstufen“, sondern eine Tabelle zur Bewertung des Schwierigkeitsgrades im Spiel.
Vielleicht haben Sie das schon mal in BDSM-Chatprotokollen gelesen: „Ich habe gestern K5 gespielt, ich bin total erschöpft.“
K1-K9 ist ein in der Community beliebtes Bewertungssystem für den Schwierigkeitsgrad von Fähigkeiten, das von leicht bis schwer reicht.
| Grad | Bedeutung/Beispiele (in Alltagssprache) |
| K1 | Leichte verbale Anleitung, einfache Befehle, leichte Demütigung. |
| K2 | Einfache Fesselung (Hände gefesselt, Augen verbunden), leichte Schläge. |
| K3 | Peitschen, Nippelklemmen und explizitere Formen der körperlichen Bestrafung gehen mit spürbaren körperlichen Empfindungen einher. |
| K4 | Rollenspiele kombiniert mit gesteigerter Demütigung, beispielsweise durch Halsbänder und Körperhaltungskontrolle. |
| K5 | Aktivitäten wie Wachsspiele, Analplugs und Einläufe, die die körperliche Intensität steigern. |
| K6 | Strenge Fesselung, intensive Scham und hochintensive Disziplinierung. |
| K7 | Sensorische Grenzen wie Atemkontrolle und erzwungener Orgasmus. |
| K8 | Hochrisikoaktivitäten wie Elektroschocks und sensorische Deprivation (erfordern Fachkenntnisse). |
| K9 | Dies ist die höchste Stufe extremer Gefahr, und es wird Nicht-Profis nicht empfohlen, dies zu versuchen. |
Wichtiger Hinweis
Eine hohe K-Bewertung bedeutet nicht zwangsläufig „mächtig“.
Entscheidend ist, was zu Ihnen passt, womit Sie sich wohlfühlen und was im sicheren Rahmen bleibt.

3 Der Kern der Beziehungen in der BDSM-Community: Es geht nicht darum, „wer wen angreift“, sondern darum, „wie Macht ausgetauscht wird“.
Die Welt des BDSM ist nicht so einfach wie „einer gibt und einer nimmt“. Die Eigenschaften, Rollen und Beziehungen jedes Einzelnen sind wie die Wahl einer Klasse in einem Spiel – mit vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten.
Überblick über die Hauptcharaktere
- Dom/Sub (Herr/Sklave)
Der Machtaustausch zwischen Dominanz und Unterwerfung basiert im Wesentlichen auf Vertrauen und Kommunikation. Ein Dom muss nicht „wild“ sein; er kann auch sanft und fürsorglich sein. Die Unterwerfung eines Subs ist ebenfalls eine freiwillige Entscheidung; er gibt die Kontrolle an eine vertraute Person ab. - S/M (Sadismus/Masochismus)
Hier liegt der Fokus stärker auf sinnlicher Stimulation und Lustauslösung. Der Dominante genießt das Gefühl der Kontrolle während des „Trainingsprozesses“, während der Submissive die ultimative Erfahrung der Dominanz auskostet. - Switch
Als erfahrener Veteran der Branche kommt und geht er nach Belieben, kann sowohl angreifen als auch nehmen und tun, was ihm gefällt. - Besitzer/Haustier
Diese Beziehung tendiert zu einem tierähnlichen Verhältnis und konzentriert sich manchmal mehr auf tägliche Fürsorge und Abhängigkeit als nur auf SM-Spiele. - Daddy/Mommy & Little
In einer fürsorglichen Beziehung agiert der dominante Partner wie ein Elternteil, kümmert sich um den unterwürfigen Partner und legt Wert auf emotionale Unterstützung und ein Gefühl der Geborgenheit.
4 Drei Regeln für das Überleben in der BDSM-Community: Sicherheit, Vernunft und Einvernehmen.
Ob S, M, Dom oder Sub – das Wichtigste ist nicht, „wie viel“ man spielt, sondern Sicherheit, Vernunft und informiertes Einvernehmen!
- Sicherheit: Achte bei allen Aktivitäten auf deine körperliche und seelische Sicherheit. Setze dein Leben nicht aufs Spiel; informiere dich gegebenenfalls im Voraus über Sicherheitsvorkehrungen oder konsultiere erfahrene Praktiker.
- Vernünftig (Vernunft): Bewahre einen klaren Kopf, trinke nicht zu viel und handle nicht impulsiv. Wahre „Freiheit“ bedeutet, jederzeit aufhören zu können.
- Einvernehmlich: Alle Handlungsstränge, Requisiten, Strafen und Regeln müssen im Voraus besprochen werden. Niemand darf den Ablauf erzwingen, wenn er nicht einverstanden ist.
Sicherheitswort = Sofortiger Stopp
Die wichtigste „Innovation“ in dieser Branche ist die Verwendung von Sicherheitswörtern. Sagt man beispielsweise „Radieschen“, muss die Aktivität sofort abgebrochen werden; niemand darf die Gefühle der Beteiligten ignorieren. Das ist keine übertriebene Strenge, sondern dient dem Schutz der Interessen und der Würde aller Beteiligten.

5 Häufigstes Missverständnis: Sagen wir es ganz deutlich.
F: „Ist SM-Vorliebe ein Zeichen von Krankheit?“
A: Nein. Es ist eine Vorliebe, keine Krankheit. Du hast das Recht, das zu mögen, was dich glücklich macht.
F: „Sollte ein Dom kaltblütig sein?“
A: Ein echter Dom ist sehr sanft. Er ist verantwortungsbewusst, aufmerksam und fürsorglich.
F: „Je aggressiver man spielt, desto besser?“
A: Falsch. Es geht nicht darum, so hart wie möglich zu sein, sondern darum, so passend wie möglich zu sein.
6 Abschließend: Schäme dich nicht für deine Wünsche, habe keine Angst vor dir selbst.
Die BDSM-Community ist kein „Rebellenparadies“.
Sie bietet Menschen die Möglichkeit, Intimität, Selbstfindung, Vertrauen und Begierde zu erkunden.
Wer du bist, wird nicht von anderen definiert.
Du musst nicht erklären, was du magst.
Mögest du Erfüllung in deiner Suche finden:
- Setze dir Grenzen.
- Finde jemanden, der dich wirklich versteht.
- Und achte stets auf deine Sicherheit, handle vernünftig und handle einvernehmlich.
Sei du selbst – das ist immer das Attraktivste.